Dieser Artikel erklärt, was CosIng ist, was es kann (und was nicht) und wie du es effektiv als Teil deines Compliance-Workflows nutzen kannst.
Was ist die CosIng-Datenbank?
CosIng – kurz für “Cosmetic Ingredients Database” – ist eine Online-Plattform, die Informationen über die in kosmetischen Produkten verwendeten Stoffe zentralisiert. Sie umfasst:
- Namen und Bezeichnungen der Inhaltsstoffe (wie INCI- und CAS-Nummern)
- Funktionen (z. B. Konservierungsmittel, Duftstoff, Weichmacher)
- Verweise auf die relevanten Anhänge der Verordnung 1223/2009
- Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS)
Sein Hauptzweck ist es, Transparenz zu schaffen und den Zugang zu regulatorischen Informationen zu erleichtern. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass CosIng nicht rechtsverbindlich ist. Die Verordnung selbst – und ihre Anhänge – bleiben die offizielle Rechtsgrundlage.
Warum CosIng für Formulierer nützlich ist
Wenn du ein Kosmetikunternehmen gründest oder eine neue Formulierung entwickelst, dient CosIng als erster Checkpoint, um zu verstehen, ob ein Inhaltsstoff geeignet ist:
- Verboten
- Eingeschränkt
- Erlaubt unter bestimmten Bedingungen
- mit einer geregelten Funktion verbunden sind (wie UV-Filter oder Konservierungsstoffe)
Anstatt manuell durch mehrere Anhänge zu navigieren, kannst du mit CosIng die relevanten Informationen schnell an einem Ort finden. Das macht es besonders wertvoll für die frühe Phase der Formulierung und Machbarkeitsprüfung.
Für Unternehmer, die in die Kosmetikbranche einsteigen, ist CosIng mehr als eine Datenbank – es ist eine Lernressource. Indem du die Funktionen der Inhaltsstoffe, die Kategorien der Vorschriften und die wissenschaftlichen Stellungnahmen erkundest, kannst du dir nach und nach ein solides Verständnis dafür aneignen, wie die Kosmetikvorschriften in der Praxis funktionieren.
Dieses Wissen ist besonders wertvoll, wenn es darum geht, von Anfang an konforme Formulierungen zu entwickeln, um spätere kostspielige Umformulierungen oder Rückschläge zu vermeiden.
Wie man nach einer Zutat sucht
Die Verwendung von CosIng ist relativ einfach, aber es kommt auf Genauigkeit an. Du kannst suchen nach:
- INCI-Name (empfohlen für die kosmetische Verwendung)
- CAS-Nummer (präziser für die chemische Identifizierung)
- Chemische Bezeichnung
Jeder CosIng-Eintrag enthält strukturierte Informationen, die eine sorgfältige Interpretation erfordern.
In der Regel findest du die Funktion des Inhaltsstoffs, die seine Rolle in kosmetischen Produkten beschreibt. Das bedeutet nicht, dass er zugelassen ist – er gibt nur die typische Verwendung an.
Noch wichtiger ist, dass CosIng Verweise auf die Anhänge der Verordnung 1223/2009 enthält. Wenn eine Zutat zum Beispiel in Anhang II aufgeführt ist, ist sie verboten. Wenn sie in Anhang III aufgeführt ist, gelten Einschränkungen.
Außerdem findest du vielleicht Verweise auf SCCS-Stellungnahmen. Diese Dokumente liefern die wissenschaftliche Grundlage für Regulierungsentscheidungen und sind nützlich für ein tieferes Verständnis, besonders in Grenzfällen.
Was CosIng dir nicht sagt
Trotz seiner Nützlichkeit hat CosIng Grenzen, die man sich klar machen muss.
Erstens ist sie nicht immer auf dem neuesten Stand. Es kann einige Zeit dauern, bis sich Änderungen in der Datenbank niederschlagen, sodass es zu Fehlern führen kann, wenn du dich ausschließlich auf CosIng verlässt.
Zweitens ersetzt sie keine vollständige rechtliche oder sicherheitstechnische Bewertung. Sie bewertet zum Beispiel nicht deine spezifische Formulierung, die Expositionsbedingungen oder die Zielgruppe.
Und schließlich bedeutet das Vorhandensein eines Inhaltsstoffs in CosIng nicht automatisch, dass er für alle Verwendungen zugelassen ist. Es kommt auf den Kontext an – vor allem auf die Funktion, die Konzentration und die Art des Produkts.
Best Practices für den Einsatz von CosIng in der Compliance
Um CosIng effektiv zu nutzen, sollte es in eine umfassendere Compliance-Strategie integriert und nicht isoliert eingesetzt werden.
Beginne mit der genauen Identifizierung deines Inhaltsstoffs, idealerweise mit INCI- und CAS-Nummer. Nutze CosIng, um den rechtlichen Status und alle damit verbundenen Einschränkungen zu ermitteln. Überprüfe diese Informationen dann direkt mit den Anhängen der Verordnung 1223/2009, um die Richtigkeit zu bestätigen.
Es ist auch ratsam, die Stellungnahmen des SCCS zu prüfen, wenn sie verfügbar sind, insbesondere bei Inhaltsstoffen, die auf dem Prüfstand stehen oder kürzlich bewertet wurden.
Wenn du dir mit der Zeit angewöhnst, deine Recherchen und Schlussfolgerungen zu dokumentieren, wird dein Formulierungsprozess gestärkt und es wird einfacher, die Einhaltung der Vorschriften nachzuweisen.